MANI

MANI, das sind einzigartige Keramik Vasen aus Italien, die wir im Februar auf der Ambiente entdeckt haben. Im Interview stellt uns Designerin Britta Hermann ihre Kollektion vor und erzählt vom facettenreichen Leben zwischen Messen, Studio und ihrem Zuhause: einem Bauernhof in der Toskana.

 

 

Du lebst mit Deinem Mann in einem Bauernhaus in der Toskana. Wie müssen wir uns Euer Leben und Deine Arbeit dort vorstellen?

 

Das klingt immer sehr romantisch! Im Sommer, wenn die Hühner frei herumlaufen und die Oliven von selbst wachsen, der Rosmarin und der Lavendel duften, die Hängematten unter den Kirschbäumen schaukeln und alle Tiere (wir haben unendlich viele Katzen und Hunde) draußen sind… ja, dann lebe ich einen Traum.
Ab November ist Schluss damit. Die Oliven müssen geerntet, der Gemüsegarten umgegraben und die Bäume beschnitten werden. Die Tiere ziehen auf unsere Sofas um, die Hühner wollen ihr Rotlicht im Stall mit Winterisolation. Die Winter sind wahnsinnig kalt und wir müssen mit Öfen und Kamin heizen, um es warm zu haben.
Daher arbeite ich im Sommer in meinem Studio zuhause und im Winter in meinem Studio in der Stadt, weil es einfach zu beheizen ist.
Die Produktion selbst findet in zwei Fabriken statt. Nach viel Experimentiererei mit den ortsansässigen Gewerken habe ich mich entschlossen, das jeder das machen soll was er am besten kann!
Daher lasse ich die Formen in einer Keramikfabrik in Faenza (Emilia Romana), und die Farben und die Glasuren in Montelupo Fiorentino (Toskana) herstellen. Ich verbringe viel Zeit im Auto, das mittlerweile mein Büro geworden ist! Im Prinzip ist meine Arbeit in vielen Teilen zu sehen.

Alles ist sehr atemlos und ich liebe es!

 

 

Wie würdest Du Deine Kollektion in drei Worten beschreiben?

 

Wirklich nur drei Worte? In Ordnung: Reduziert. Zeitlos. Wiedererkenbbar. Für mich liegt die Kunst in der Reduktion. Hinzufügen ist einfach, aber das Weglassen ist eine Herausforderung!

 

 

Was war die Inspiration für Deine Kollektionen?

 

Vielleicht ist es grade dieses barocke, überladene Italien. Ich komme ja aus Hamburg und bin als nordisches Licht große Räume und schlichte Einrichtung gewöhnt.
Ich denke, die Inspiration kommt aus dem heraus, was mir hier fehlt: Es ist mein Wunsch nach Einfachheit und Klarheit. Es ist meine Begrenzung der Überfüllung und des Überschusses, die Rückkehr zu wesentlichen Dingen und Ordnung.

 

 

Erzähle doch mal vom Herstellungsprozess…

 

Alles fängt mit meiner Idee an. Die Prototypen mache ich selber – die Produktion lasse ich dann die machen, die es besser können!!
Ich mache etwas, das hier eher ungewöhnlich ist:
Ich arbeite ausschließlich mit weißem Ton und male mit den Pigmenten direkt auf dem Ton, der im Anschluss in eine Glasur getaucht wird.
Normalerweise wird hier mit Terra Rossa gearbeitet, die in eine weiße Glasur getaucht wird und erst dann bemalt wird. Mit meiner Technik erhält das Objekt eine Tiefe, die eher an Porzellan erinnert als an Keramik.

 

 

Welcher Keramikkünstler hat Dich geprägt?

 

Keramikkünstler haben mich wenig geprägt. Es waren mehr Designer und Architekten unserer Zeit. Ettore Sottsass natürlich, Walter Gropius...und ich bin verrückt nach Paola Navone! Meine Vasen sind in ihrem neuen Katalog „Paola Navone für Baxter“ ausgestellt und ich platze vor Stolz!!
Als Freizeitbeschäftigung erlebt das Töpfern gerade ein großes Comeback. Was meinst Du, worin die Gründe dafür liegen?
Wenn ich in der Fabrik stehe mit Jogginganzug und Schürze, der Staub in der Luft fliegt und ich bin bis zum Ellenbogen in der Erde wühle, dann fühle ich mich wieder wie ein Kind das im Matsch Kleckerburgen baut. Ton anzufassen hat etwas Ursprüngliches, es weckt schöne Kindheitserinnerungen, den Stolz etwas mit seinen eigenen Händen kreiert zu haben. Vieleicht ist es das, wonach sich viele in dieser doch sehr sterilen, antiseptischen Welt sehnen?

 

 

http://www.manimadeinitaly.com/

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